7 Gründe, warum du keine teure Kamera brauchst

In den letzten paar Wochen sehe ich bei Facebook immer die gleiche Frage in diversen Gruppen auftauchen: “Ich möchte eine neue Kamera, welche könnt ihr mir empfehlen?”

Aber auch privat bekomme ich solche Fragen gestellt.

Bei Facebook schlagen dann immer einige Leute eine meist sehr teure Kamera vor. So etwas wie die 5D Mark IV.

Meist ist diese dann doch etwas zu teuer und es wird direkt auf die günstigere Alternative, die EOS 6D Mark II oder auch gern die EOS 80D ausgewichen.

Kostet immerhin nur noch 1000€ und keine 3500€ mehr. Aber ernsthaft? 1000 Euro für eine Kamera? Nur um die Kinder oder die Enkel beim spielen zu fotografieren? Oder mal auf einem Geburtstag oder Weihnachten ein Foto zu machen?

Wenn du dich jetzt angesprochen fühlst, dann lies weiter. Ansonsten kannst du aber gerne auch weiterlesen und in die Kommentare schreiben, ob du es genauso siehst oder nicht 😃

1. Eine DSLR ist teuer

DSLR ist teuer

Ich glaube, dieser Punkt ist selbsterklärend. Selbst eine günstige Einsteigerkamera kostet aktuell um die 700€. Und das ohne Objektiv. Alternativen gibt es Haufenweise, die teilweise nur die Hälfte oder gar weniger kosten.

2. Eine DSLR ist schwierig zu beherrschen

Man bin ich ein Heuchler 😃

Ne, im Ernst. Bevor man die Kamera voll ausreizen kann, benötigt man sehr viel Zeit um sich in die Materie einzuarbeiten.

Es ist noch kein Meister von Himmel gefallen und das Handwerk ist nicht von heute auf morgen erlernt. Selbst dann nicht, wenn man sich im Menü ganz gut auskennt.

3. Eine DSLR ist groß und schwer

Wenn ich früher mal aus dem Haus gegangen bin, war meine Kamera eigentlich immer dabei. Es war mein ständiger Wegbegleiter. Mal eben schnell in die Hosentasche und gut ist. Wenn sich ein passendes Motiv gefunden hat, wurde die Kamera gezückt und ein Bild gemacht.

Heutzutage überlege ich schon mehrfach “Brauchst du jetzt die Kamera wirklich?” Immer unnötige 1,5kg mit herumzuschleppen hab ich nämlich nicht immer wirklich die Lust zu 😃

Wenn sich die Gelegenheit bietet, zück ich auch schon mal mein Smartphone und mache damit mal ein paar Bilder.

4. Eine DSLR alleine, macht keine guten Bilder

Nur weil der Profi-Fotograf eine DSLR Kamera besitzt und damit super Fotos macht, heißt es noch lange nicht, dass die Bilder nur gut sind, weil die Kamera so teuer ist.

Wie oft sehe ich es, dass die Leute sich eine DSLR kaufen und dann nur in der Vollautomatik fotografieren?

Leute, für die Vollautomatik benötigt man keine DSLR!

Die Bilder werden nämlich immer nur so gut, wie auch der Fotograf ist. Mit der Vollautomatik gibt man der Kamera sogar die Anweisung einen Fokuspunkt selber zu bestimmen. Die Wahl ist jedoch nicht immer optimal.

5. Eine DSLR macht keine scharfe Fotos

Im Grunde genommen, macht eine DSLR nur in den seltensten Fällen scharfe Fotos. Es gibt so viele Unschärfen, dass die alle unterschiedliche Namen haben. Das Bild erscheint uns aber trotzdem nur scharf, weil ein bestimmtes Objekt hervorgehoben wird. Auf den Rest achtet man eigentlich gar nicht. Weil er eben unscharf ist.

Die Kamera ist nur ein Werkzeug. So wie ein Hammer. Für die scharfen Bilder sind die Optiken bzw. die Objektive zuständig. Sind diese nämlich schlecht verarbeitet, wird selbst die beste Kamera schlechte Ergebnisse liefern.

6. Meine Kamera macht keine guten Bilder

Auch das höre ich immer wieder. Eine Kamera ist nicht primär für die Bildqualität verantwortlich. Dafür sind allein die Objektive verantwortlich.

Eine Option sollte es sein, nicht nach einer neuen Kamera Ausschau zu halten, sondern nach einem neuen Objektiv. Selbst mit 10 Jahre alten Kameras lassen sich noch hervorragende Bilder machen. Übrigens gilt das andersherum genauso 😃

7. Eine DSLR hat einen großen Sensor

Und jetzt lehne ich mich mal sehr stark aus dem Fenster und behaupte, dass das ein Problem sein kann.

Je kleiner der Sensor ist, desto kleiner kann auch die Brennweite gewählt werden um das gleiche Bild zu erzeugen.

Je kürzer die Brennweite ist, desto kleiner kann auch die Eintrittspupille gewählt werden.

Je kleiner die Eintrittspupille ist, desto kleiner kann das Objektiv gemacht werden und desto lichtstärker ist es unter dem Strich.

Nehmen wir mal einen 1/2.3 Zoll Sensor als Beispiel. Dieser wird beispielsweise in aktuellen Kompaktkameras und auch im aktuellen iPhone8 verbaut.

Das iPhone hat eine Festbrennweite von lächerlichen 4,15mm bei einer Lichtstärke von f2,2.

Zum Vergleich: Das Canon 8-15mm f/4.0 liegt bei einer UVP von 1489€ und erreicht diese Werte nicht.

Okay, okay. Durch den kleineren Sensor müssen wir auch den Crop Faktor von 5,6 berücksichtigen. Am ehesten kommt hier das 28mm f/1,8 für ca. 450€ infrage.

Gut, wir haben also eine Kamera für 1000€ + ein Objektiv für 450€. Und mit dem iPhone kann ich für ca. 800€ noch telefonieren und es passt in jede Hosentasche 😃

Wer kein Smartphone hat, kann sich stattdessen auch eine kleine Kompaktkamera für ca. 200€ zulegen.

Gute Bilder machen können die heutzutage allemal.

Übrigens, für die gleiche Schärfentiefe wie das Smartphone, muss man bei dem 28mm Objektiv auf sage und schreibe f/11 abblenden. Schon einmal in der Nacht bei Blende f/11 fotografiert? Da bekommt man einfach kein gutes Bild hin.

Vor- und Nachteil zugleich

Durch die kleine Brennweite hat man auch eine erhöhte Schärfentiefe. Soll heißen, man bekommt mehr Schärfe ins Bild rein.

Ganz konkret gesagt, wenn du mit deinem Smartphone etwas anfokusierst, was ca. 2 Meter vor dir liegt, dann hast du in einem Bereich von einem Meter vor dir, bis unendlich scharf. Da die Schärfe nicht abrupt abnimmt, hast du eigentlich immer ziemlich scharfe Bilder.

Durch die geringe Brennweite kannst du auch sehr kurz belichten. Dies gibt dir wiederum einiges an Reserven im Vergleich zu einer DSLR.

Der Nachteil ist halt, dass du nicht mehr freistellen kannst.

Fazit

Zugegeben, heute mal ein sehr provokantes Thema.

Aber ganz ehrlich, mich regt es ebenfalls auf, wenn Leute sich als Fotograf sehen, nur weil die eine DSLR besitzen. Diese jedoch immer in der Vollautomatik verwenden und das beste Objektiv immer noch das Kit Objektiv ist.

Nichts gegen das Kit Objektiv. Das ist wirklich eine hervorragende Linse. Ist aber wirklich nur für ein paar Schnappschüsse ausreichend. Als Profi wirst du damit nicht erfolgreich werden. Und mit der Vollautomatik erst recht nicht.

Ich meine, nur weil ich mir ein Ferrari kaufe, bin ich nicht automatisch genauso ein guter Rennfahrer, wie der Vettel, oder?

Es muss auch nicht immer eine DSLR sein. Die heutigen Smartphones machen mittlerweile richtig geile Bilder. Es werden richtig qualitativ hochwertige Objektive in den Teilen verbaut. So manch ein DSLR Besitzer würde sich nach diesen Objektiven die Finger ablecken.

Der größte Vorteil aber: Fast jeder hat heutzutage ein Smartphone!

Wie siehst du das Thema? Muss es unbedingt eine DSLR sein oder reicht auch ein Smartphone? Warum hast du dir eine DSLR gekauft? Oder bist du gerade noch auf der Suche nach der für dich passenden Kamera? Schreib es in die Kommentare und vergiss auch nicht den Beitrag in deinen sozialen Kanälen zu teilen.

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