10 Gründe, warum das Kit-Objektiv besser ist als du denkst.

Wer sich eine neue Kamera kauft, bekommt meistens noch das sogenannte Kit-Objektiv dazu. Kit bedeutet in diesem Fall lediglich, dass es häufig im Paket mit der Kamera verkauft wird und dementsprechend günstiger ist.

Bei Canon ist es das EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 IS STM.

Lange Bezeichnung, oder? 😃 Aktuell bekommt man bei Amazon eine Kamera inkl. dem Objektiv 20€ günstiger im Vergleich zum Einzelkauf.

1. Das Kit-Objektiv hat eine sehr schöne Brennweite.

Berücksichtigt man den Crop Faktor, so umfasst das Kit-Objektiv die allseits beliebte Brennweiten bzw. Blickwinkel von 28-88mm. Das ist die ideale Brennweite für Landschaftsaufnahmen bis hin zu Porträts usw.

Sehr gut für Landschaftsfotografie

Bei 18mm Brennweite gelingen einem, sehr schöne Landschaftsaufnahmen und mit einer maximalen Offenblende von 3.5mm ist es auch nicht so lichtschwach wie man vielleicht denken mag.

In der Landschaftsfotografie braucht man meistens sowieso die Lichtstärke kaum. Schließlich setzt man hier meistens eine Blende f/8 oder sogar f/11 ein.

Zum Vergleich: Das 20mm 1:2.8 Objektiv von Canon ist nur 0,6 Blendenstufen lichtstärker, kostet aber dafür direkt ca. 470€.

In diesem Bereich gibt es eigentlich so schnell nichts besseres als das Kit Objektiv.

Optimal für Reportage

Mit 35mm und einer Offenblende von f/4.5 ist es zwar nicht mehr ganz so lichtstark, jedoch hat es immer noch eine sehr schöne Brennweite für Reportage.

Mit Reportage meine ich eigentlich nicht direkt die Pressearbeit, sondern alles, was mit Dokumentation zu tun hat. Darunter fallen auch Kindergeburtstage, die Weihnachtsfeier im engsten Kreise oder auch Street Photography bzw. Städtereisen.

Hier ist man mit der Blende f/4.5 ebenfalls gut aufgestellt, da der Fokus etwas größer ist und man mehr scharfe Bereiche im Bild haben möchte.

Immer noch gut für Portraits

55mm ist eine sehr schöne Brennweite für Portraits. Allerdings kann man eine Offenblende von f/5.6 nicht mehr optimal freistellen. Abhilfe dafür schafft ein neutraler und „eintöniger“ Hintergrund.

Ich habe letztens übrigens nicht schlecht gestaunt, als ich bei Amazon einen Bokeh Hintergrund gesehen habe. So lassen sich ebenfalls Diese schönen Effekte erzielen. Und das bei einer Blende f/5.6

2. Das Kit-Objektiv hat einen Bildstabilisator.

Wie geil ist das denn?

Zunächst einmal, mit dem Bildstabilisator kannst du kürzer belichten, ohne dass ein Bild verwackelt.

Die fehlende Offenblende, wird durch den Bildstabilisator wieder kompensiert. Du kannst bis zu zwei Blendenstufen kürzer belichten (anstelle von 1/100s teilweise auch 1/30s) und bekommst immer noch eine gute Qualität.

Die Alternativen dazu haben entweder keinen Bildstabilisator, sind viel zu teuer für den Anfang oder sind ähnlich lichtstark wie das Kit-Objektiv, nur halt ohne Bildstabilisator.

3. Das Kit-Objektiv ist Makrofähig.

Der Vergrößerungsmaßstab ist zwar durch die 55mm nicht ganz so gut, jedoch war ich letztens richtig verwundert, wie nah ich an das Motiv doch rangehen konnte.

Ähnliche Makro Objektiv von Canon liegt bei ca. 190€.

4. Canon/Nikon/etc. haben Interesse daran, dich zu begeistern.

Was bringt es dem Kamerahersteller den, wenn du die Kamera mit ihrem minderwertigen Objektiv kaufst und damit keine guten Ergebnisse erzielst?

Richtig: Gar nichts.

Du wirst die Kamera wahrscheinlich nicht kaufen bzw. wieder zurückschicken falls du diese online gekauft hast.

Wenn du dich jedoch mit der Fotografie beschäftigst, wirst du sehr schnell darauf stoßen, dass das Objektiv unmittelbar für die Qualität verantwortlich ist.

Und so kaufst du dir als Nächstes ein weiteres Objektiv. Wahrscheinlich ein teureres. Und dann noch eins und noch eins und noch eins. Und schon bist du ein paar Hundert oder sogar Tausend Euros los.

Wenn du mit dem Original Objektiv gute Erfahrungen gemacht hast, ist die Wahrscheinlichkeit doch sehr groß, dass du kein Objektiv eines Fremdherstellers kaufen wirst.

Somit hat der Kamerahersteller an dir mehr Umsatz gemacht.

6. Das Kit-Objektiv hat eine große Schärfentiefe.

Egal wie du es drehst und wendest. Eine geringe Schärfentiefe kann zu einem Problem werden. Nämlich immer dann, wenn man damit nicht umgehen kann.

Trotz der noch relativ guten maximalen Offenblende von f/3.5, hat das Kit-Objektiv durch die geringe Brennweite eine relativ hohe Schärfentiefe.

Es fällt sowohl dem Betrachter, als auch dem Fotografen nicht auf, wenn der Fokus mal nicht zu 100% sitzt.

Wenn die Schärfeebene allerdings nur ein paar Millimeter groß ist, fällt der Fehlfokus direkt auf. Erfahrene Fotografen können das jedoch ganz leicht einfach kompensieren.

Bei einer größeren Offenblende, würden doch die meisten wieder über die schlechte Qualität der Kamera schimpfen, wenn mal der Fokus nicht sitzt. Das Bild wirkt dann ja nicht mehr scharf genug.

7. Das Kit-Objektiv hat eine annehmbare Schärfe.

Ganz ehrlich. Ich habe schon einige Objektive gesehen, die weitaus mehr Geld kosten und unschärfer sind.

Natürlich, es gibt Tests, die etwas anderes Beweisen. Es wird mit irgendwelchen Linienpaaren gearbeitet und irgendwelche Siemenssterne fotografiert.

Aber hey, who cares? Ich fotografiere “lebende Motive” und mich interessiert eigentlich nur, ob das Bild gut ist oder nicht. Warum muss ich 2000€ ausgeben, nur damit das Bild 5% mehr Schärfe hat, die sowieso nur im direkten Vergleich am Rand zu sehen ist?

Außerdem bin ich sowieso kein Fan von dieser übertriebenen Schärfen. Das Bild muss noch irgendwie natürlich aussehen. Wenn das Bild schärfer ist, als ich es mit dem Auge wahrnehmen kann, ist es für mich überschärft.

Nur meine Meinung 😃 Andere mögen es vielleicht anders sehen.

8. Das Kit-Objektiv ist klein, leicht, schnell und leise.

Das merkt man aber erst, wenn man ein anderes Objektiv hat. Ich habe mir z.B. ein Upgrade von Tamron geholt und bin bis auf diese vier Punkte damit vollkommen zufrieden.

Das Tamron ist nämlich groß, schwer, laut und hat ein relativ langsamen Autofokus.

Auch das schöne 50mm f/1.8 ist laut und hat ebenfalls einen langsamen Autofokus.

9. Größere Serienstreuung in der Fertigung möglich

Sowohl Kameras, als auch Objektive haben in der Fertigung eine gewisse Toleranz im Bezug auf den Autofokus.

Diese Toleranz ist jedoch so gering, dass es durch die große Schärfentiefe gar nicht auffällt. Der Fokuspunkt ist scharf, also ist alles gut. Tatsächlich aber, können die Kamera als auch das Objektiv deutliche Fehler aufweisen. Die sich teilweise sogar gegenseitig aufheben können.

Da Kameras (auch DSLRs) schon lange nicht nur noch für Profis gebaut werden und können sich das die Hersteller leisten.

Etwas teurere Modelle können mittels Autofokus-Feinjustierung korrigiert werden. Andere werden dann zum Hersteller zurückgeschickt und justiert.

Für den Hersteller ist das jedoch immer noch günstiger. Die Kameras können dann auch so günstiger produziert und verkauft werden.

Win Win für beide.

10. Das Kit-Objektiv kann alles

… leider aber auch nichts wirklich gut.

Dafür ist es auch nicht gedacht. Schließlich haben die Kamerahersteller Interesse daran, dich an der Fotografie zu begeistern, um dir auf längere Sicht ein 2000€ Objektiv zu verkaufen. Schließlich willst du auch nicht als blutiger Anfänger direkt 3000€ für eine Kamera inkl. Objektiv auf den Tisch legen, oder?

Die Intention ist eher, dass du in alle Bereiche mal reinschnupperst und dich dann entscheidest.

Machst du eher Landschaftsfotos?

Hol dir ein gutes Weitwinkel-Objektiv. Es gibt übrigens ein “Kit-Objektiv” extra für Landschaftsfotos. Nämlich das 10-18mm

Machst du eher Sport oder Tierfotos?

Besorge dir ein Tele-Objektiv. Auch hier gibt es ein günstiges “Kit-Objektiv” von Canon. Das 55-250mm.

Bist du an Portraits interessiert?

Kauf dir das 50mm f/1.8. Damit hast du eine ideale Brennweite für Portraits gepaart mit einer sehr lichtstarken Optik.

Fazit – Kit Objektiv

Jeder hat es. Vielen genügt es auch. Einigen ist es nicht gut genug.

Das Kit hat so seine Macken. Aber trotzdem ist es kein schlechtes Objektiv. Sicherlich gibt es viele, die besser sind. Ich wage es aber mal zu behaupten, dass viele, die dieses Objektiv beiseite legen und sich ein neues, teureres Objektiv kaufen, noch lange nicht an die Grenzen dessen gekommen sind.

In diesem Preissegment gibt es so schnell kein besser Objektiv. Wenn es noch ein wenig lichtstärker wäre, wäre das mein absoluter Favorit.

Ich selber, habe sehr lange mit diesem Objektiv fotografiert und habe mir dann irgendwann das 50mm f/1.8 anschwatzen lassen. Erst da habe ich verstanden, was der Unterschied zwischen dem Kit und einem lichtstarken Objektiv so ausmachen kann.

Trotzdem war das Kit noch sehr häufig auf meiner Kamera drauf.

Wie siehst du das?

Reicht dir aktuell dein Kit-Objektiv oder schaust du dich nach Alternativen um?

Wie lange hast du mit dem Kit fotografiert?

Welches war dein zweites Objektiv?

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