Wie du den Median Stapelmodus richtig ausreizen kannst (und damit grandiose Ergebnisse erzielst)

Okay, bevor wir jetzt mit dem interessanten Zeug anfangen, wollen wir uns zunächst einmal anschauen, was der Median Stapelmodus überhaupt ist.

So kannst du bereits beim Fotografieren auf diese Details achten und ggf. Fehler vermeiden.

Aber Achtung, dieser Algorithmus kann auch nicht zaubern 😃

Vereinfacht gesagt, werden mehrere Bilder miteinander verrechnet und so ein neues Bild erzeugt.

Wie viele Bilder du im Endeffekt benötigst, hängt ganz davon ab, wie genau du Ergebnis haben möchtest.

Beachte jedoch, dass jedes zusätzliche Bild mehr Rechenleistung fordert und der ganze Prozess auch mal länger dauern kann.

Median kurz und knackig erklärt

Schaut man sich die Erklärung bei Wikipedia an, so ist diese doch etwas schwer zu lesen und trifft auf unseren Stapelmodus auch gar nicht zu.

Grundsätzlich kannst du dir das so vorstellen:

Jedes einzelne Pixel besteht aus 3 Farbwerten. Rot, Grün und Blau. Je nachdem wie diese Werte zusammengesetzt sind, verändert sich die Farbe dementsprechend.

Die Pixel werden jetzt in die diese Farben aufgespalten und miteinander verglichen.

Sagen wir mal, wir haben für den Rotkanal 10 Werte: 42, 81, 90, 90, 90, 90, 90, 90, 99, 255. Dann ist der Median 90. Die 42 und die 255 waren jeweils Ausreißer und werden quasi “unter den Teppich gekehrt” 😃

Wichtig ist noch zu wissen, der Median ist kein arithmetischer Mittelwert, sondern der mittlere Wert in einer sortierten Folge.

So wendest du den Median Stapelmodus an.

Bevor wir jedoch zu Photoshop greifen, müssen wir die Bilder da auch irgendwie reinbekommen 😃

Also müssen wir zunächst mal ein paar Bilder machen.

Die Vorarbeit mit der Kamera

Für einfache Sachen, reicht es aus den SerienBildmodus der Kamera zu nutzen und bei der Auslösung möglichst ruhig zu halten. Zwar wird das erste Bild nie mit dem letzten Bild deckungsgleich sein, aber das kann man noch korrigieren 😃

Wenn du beispielsweise jedoch eine Menschenmenge verschwinden lassen willst ohne die Hilfe von David Copperfield, wirst du ohne ein Stativ nicht auskommen. Hierzu am besten alle paar Sekunden ein Bild machen und später verrechnen lassen.

Die Auswahl in Lightroom

Solltest du Lightroom (Classic CC) verwenden, markierst du alle Bilder, indem du auf das erste Bild klickst und bei gedrückter Shift-Taste auf das letzte Bild.

Jetzt klickst du mit der rechten Maustaste auf ein selektiertes Bild und wählst: “Bearbeiten in” → “In Photoshop als Ebenen öffnen…”.

Mehrere Bilder in Lightroom auswählen

Meiner Meinung die einfachste Möglichkeit ganz viele Bilder in Photoshop gleichzeitig in einem Bild zu öffnen 😃

Die harte Arbeit in Photoshop

Wenn alle Bilder endlich mal in Photoshop angekommen sind, markierst du wieder alle Bilder, indem du auf das erste Bild und mit gedrückter Shift Taste auf das letzte Bild klickst. Diese Auswahl bleibt jetzt unverändert!

Als erstes werden alle Ebenen So ausgerichtet, dass die genau übereinander liegen. Das machst du jetzt für alle 50 Bilder per Hand.

Nein, Quatsch 😃

Unter “Bearbeiten” → “Ebenen automatisch ausrichten” findest du eine Option, die dir das ganze abnimmt. Kann schon ein paar Stunden Zeit sparen 😉

Ebenen automatisch Ausrichten

Der Median Stapel kann nur auf Smartobjekte angewendet werden. Also muss das Bild noch in ein Smartobjekt konvertiert werden.

Bei immer noch allen selektierten Bildern auf “Filter” → “Für Smartfilter konvertieren” klicken.

!/uploads/step_2.jpg(In Smartfilter oder Smartobjekt Konvertieren)

Erst jetzt bekommst du Zugang zum Menüpunkt:

“Ebene” → “Smartobjekte” → “Stapelmodus” → “Median”.

Stapelmodus Median auf ein Smartobjekt anwenden

Als letzten Schritt beschneide ich das Bild noch ein wenig, um den unsauberen Rand weg zubekommen.

Außerdem kann es nicht schaden, jetzt das Bild zu rastern. Mir ist schon mehrfach passiert, dass ich das fertige Bild nicht speichern konnte, weil das Bild zu groß war. Photoshop kann wohl keine Dateien größer als 2 Gigabyte speichern.

4 Anwendungs- und Fotobeispiele

Okay, um die Bilder zu verrechnen, benötigt man Zeit. Teilweise sehr viel Zeit. Kann schon mal gut und knapp eine halbe bis zu einer Stunde dauern.

Doch wozu das ganze?

1. Spare dir den ND Filter für die Langzeitbelichtung am Tage

Das folgende Bild wurde ursprünglich mit 1/60s aus der Hand aufgenommen und wurde mit 27 Bildern mittels dem Median Stapelmodus verrechnet.

Median auf 27 Bildern

Es war kein ND Filter im Einsatz.

Wenn es um Spiellereien mit Licht geht (Light Painting, etc.) wird es jedoch etwas schwierig. Mit Wasser funktioniert das jedoch hervorragend.

Faustformel:

effektive Belichtungszeit = Belichtungszeit * Anzahl der Bilder.
In dem obere Beispiel wäre das ca. eine halbe Minute

2. Rauscharme Bilder mit einer (sehr) hohen ISO.

Meistens verwende ich die letzten beiden Stufen meiner ISO Skala als kompletten Notfall und ich gehe nie höher als ISO12800. Das ist bei mir die Grenze, die ich mir mal für meine Kamera gesetzt habe. Das ist ein ziemlich guter Kompromiss zwischen Licht und Rauschen.

Manchmal geht es aber nicht anders und man benötigt noch mehr Licht oder das Rauschen ist einem zu stark.

Das nachfolgende Bild wurde mit ISO 25600 aufgenommen und aus 27 Bildern zusammengesetzt.

Es weist eine effektive ISO von 948 auf.

Selbst bei einer Verkleinerung des Originals auf die typische Blog-Bildgröße ist das Rauschen erkennbar. Bei 100% ist das jedoch noch dramatischer 😃

Man erkennt quasi gar nichts mehr.

Anders jedoch nach dem Median Stapelmodus. Das Rauschen ist noch wahrzunehmen (es waren einfach nicht genügend Bilder) aber bereits deutlich weniger zu sehen.

Für so eine hohe ISO am Tage, war übrigens die Belichtungszeit entsprechend kurz (1/4000s) 😃

Faustformel:

Effektiver ISO = ISO / Anzahl der Bilder. In meinem Beispiel: 25600/27 = 948.

Ob man jedoch so viele Bilder macht, um auf ISO100 zu kommen, ist jedem selbst überlassen. Den auf ISO100 würde man 256 Bilder brauchen. Für ISO 6400 nur 4. Für jeden weiteren Blendenschritt jedoch immer doppelt so viele Bilder.

3. Das 100 Megapixel Bild

Wenn du zu viel Zeit hast und unbedingt ein 100MP haben möchtest, kannst du dies auch mit dem Median Stapelmodus umsetzen 😃

Dazu musst du aber das Bild wirklich aus der Hand aufnehmen. Oder nach jeder Aufnahme kurz am Stativ wackeln. Warum? Naja, es werden immer andere Details benötigt, um das Bild auch wirklich knackig abzubilden 😃

Es reichen eigentlich auch schon so um die 10 Bilder aus um so ein Riesenbild zu erstellen.

Im Grunde genommen, gehst du so vor, wie oben beschrieben. Jedoch musst du die Bilder nach dem Ausrichten nach Wunsch vergrößern.

Aber Achtung: Ich habe mein Test mit ca. 20 Bildern nach 2 Stunden abgebrochen, weil mir Photoshop mein Rechner blockiert hat und dabei habe ich nicht unbedingt den schwächsten Rechner. Also: Es dauert einfach nur sehr lange 😃

4. Eine Menschenmenge wegzaubern oder den Alexanderplatz leerfegen 😃

Wenn du in Berlin wohnst und ein Foto von einem Leeren Alexanderplatz haben möchtest, ist die Wahrscheinlichkeit dies hinzubekommen, ebenso hoch wie den Time Square in New York menschenleer zu bekommen 😃

Es tummeln sich da einfach immer Leute rum.

Immer.

IMMER!!!

Und was macht der Algorithmus, wenn ein Pixel sich nur in einem Bild von den anderen unterscheidet? Richtig! Er wird eliminiert 😃

Katsching!

Also kannst du dich am helllichten Tage auf einen belebten Platz stellen und alle Paar Sekunden ein Foto vom Stativ machen. Dabei musst du nur beachten, dass sich die Leute nicht zu lange auf einem Fleck befinden.

Und wenn das doch passiert, dann musst du es wenigstens schaffen die Personen wenigstens auf einem Foto von da wegzubekommen. Dann musst du nämlich später manuell weg maskieren.

Aber es geht 😃

Hmmmm. Spontaner Geistesblitz!

Kölner Weihnachtsmarkt am Abend.

Das entsprechende Bild liefere ich nach 😃

Fazit – Median Stapelmodus

Wie du bereits an den Beispielen sehen kannst, kann man mit dem Median Stapelmodus viele coole Ergebnisse erzielen. Unter anderem kannst du auch wirklich bares Geld sparen. Den so ein ND Filter kostet nämlich auch Geld und möchte bezahlt werden.

Es ist aber auch nicht alles Gold, was glänzt.

Wenn Photoshop nämlich nicht das passende Pixel findet, weil der Bereich “zu unruhig” ist, wird das Bild an dieser Stelle schnell mal matschig und auch unscharf.

Bedenkt man jedoch, dass man effektiv mit einer längeren Belichtungszeit belichtet, ist das auch total normal. Die Kamera würde hier auch ein verwackeltes Bild liefern.

Jedoch hast du noch die Möglichkeit mit einem “Zwischen-Foto” das finale Bild zu maskieren und die Bereiche trotzdem scharf zu bekommen.

Für die Mühe bekommst du jedoch mehr Details und weniger Bildrauschen.

So, und jetzt schnapp dir deine Kamera und raus mit dir in die Natur und mache ein paar coole Bilder, die du mit dem Median Stack verrechnen lässt. Die Ergebnisse kannst du mir gerne per E-Mail zusenden. Die besten werde ich hier auf Wunsch mit Namen hier veröffentlichen 😃

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